In der 1. oder 2. Klasse haben wir zum ersten Mal einen Langstreckenlauf
absolviert. Die Strecke, die uns der Lehrer in der Sportstunde davor
gezeigt und erläutert hatte, führte in einer großen Runde um unser
Schulgelände und die Turnhalle.
Das wird so etwas mehr als ein
Kilometer gewesen sein. In grünen Hemden und blauen Hosen machten sich
also 14 Knirpse auf den Weg. Start und Ziel waren identisch, aus unserer
Klasse war ich der Schnellste, setzte mich also an die Spitze und
strebte einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen.
Ich näherte
mich also der Ziellinie, überquerte sie aber nicht. Blieb stehen. Mein
Sportlehrer rief mir zu, ich solle doch ins Ziel laufen. Hab ich nicht
verstanden. Er hat noch acht Mal gerufen, jedes Mal schrie er etwas
lauter. Für mich aber war der Lauf beendet, basta. Erst als Marcel S.
mich überholte, habe ich so eine Ahnung eintwickelt, dass das Rennen
doch noch weiterging. So bin ich immerhin Zweiter geworden.
An
die Zensur kann ich mich nicht mehr erinnern. Es war dies jedoch der
großartige Auftakt einer langen Serie des Scheiterns. Samuel Beckett
wäre stolz auf mich.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen